Städtebauliche und freiräumliche Planung

Heilbronn entwickelt sich zur »Wissensstadt«. Der Bildungscampus nördlich der Mannheimer Straße zählt heute mehr als 8.000 Studierende. Der Wettbewerb sucht für das rund 11,5 Hektar große Areal zwischen Altstadt, Neckar und Bahntrasse ein Bindeglied, das Campus, Innenstadt und Neckarufer zusammenbringt. Unser Entwurf mit studiofutura versteht den neuen Campus als »vielschichtigen Lebensraum im Herzen Heilbronns«, in dem Mensch, Flora und Fauna gleichermaßen Heimat finden.

Der Entwurf führt die Campus-Route als urbane Verbindung der Hochschulstandorte mit Innenstadt und Altstadt weiter. Die »Sonnen-Route« folgt dem Neckarufer als ökologisch wertvoller Landschaftsraum und bindet das Areal an Experimenta und Neckarbogen an. Alle Neubauten entstehen auf Konversionsflächen in den Teilbereichen B und C. Der wertvolle Baumbestand bleibt nahezu vollständig erhalten.

Der Campuspark in Teilbereich A bleibt als »grünes Herz« frei. Er wird komplett entsiegelt und bietet Raum für Erholung, Sport und Freizeit für Hochschule und Stadtgesellschaft. Die Neckaruferzone wird mit Promenade und vorgelagertem Sonnendeck renaturiert, die Mündung des Pfühlbachs freigelegt.

Am Bollwerksturm (Teilbereich B) entsteht der eigentliche Bildungsstandort als kompakter Stadtbaustein. Kubische, flexible Baukörper fassen einen ruhigen Hof, das »Grüne Wohnzimmer«. Fugen öffnen Blicke und Passagen. Aktive Erdgeschosse bilden das Gesicht der Hochschule zur Stadt. Mit Höhen unter 20 Metern nimmt die Bebauung den Maßstab von Altstadt und Bollwerksturm auf. Zum Neckar zeigen sich Institute und Boarding-House als Ort des Forschens, Lernens und Wohnens. Ein Höhenakzent macht den Campus bis zur Experimenta sichtbar. Sportzentrum und Mobility Hub schirmen den Campus zu Bahndamm und Bundesstraße ab.

In Teilbereich C, dem Ideenteil an der Turmstraße, ergänzt ein Wohnblock die innerstädtische Bebauung. Der bestehende Pocketpark bleibt erhalten und erhält einen Pavillon mit Co-Working und Learning Hub als Hochschul-Micro-Standort in der Innenstadt.

Das Areal ist autofrei. Der ruhende Verkehr wird im Mobility Hub und in einer Tiefgarage gebündelt. Brücken und Rampen entlang des Bahndamms überwinden die Barriere der Mannheimer Straße. Nach dem Schwammstadt-Prinzip bleibt Regenwasser vor Ort. Freiräume werden entsiegelt, Dächer begrünt und als Retentionsflächen genutzt.

Auftraggeber:in
Stadt Heilbronn, Dezernat IV – Bauen, Planen, Wohnen und Umwelt
Leistung

LP 1–2 (Wettbewerb) in ARGE mit Studio Futura

Bearbeitung
2025
Mitarbeit

Jana Possehn, Mathis Winkels

Freiraum
Studio Futura
Visualisierung
Pawel Floryn
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