Entwicklung eines Stadtquartiers am Übergang zur Moorlandschaft

Im Hamburger Norden am Diekmoor soll in den nächsten Jahren auf einer Fläche von ca. 17 ha ein Wohnquartier mit urbanem Charakter und hoher Wohnqualität entstehen. Dieses Quartier soll für seine Bewohner identitätsstiftend wirken, einen sensiblen Übergang in den angrenzenden Landschaftsraum herstellen und attraktive Anbindungen an die umliegenden Quartiere bieten.

Im Zentrum des Entwurfs steht der Übergang zwischen Moorlandschaft und Bebauung, wobei die Landschaft der Auenwiesen und die Quartiersbebauung ineinandergreifen. Entstehende Naturkorridore, sogenannte »Auenfugen«, machen den Landschaftsraum erlebbar und erfüllen zugleich wichtige ökologische Funktionen. Diese Bereiche verbinden Natur und urbanes Leben auf harmonische Weise.

Bei sensibler Nachverdichtung, der Schaffung von Wohnraum und der Verbesserung der allgemeinen Nahversorgung wird ein besonderer Wert auf die Stärkung übergeordneter Grünzüge und deren stadtklimatischer Bedeutung gelegt. Die vorhandenen und ortsbildprägenden linearen Strukturen von Biotopen, Durchwegung und Bebauung werden gezielt betont und stärken die lokale Identität. Vertraute Erschließungsstrukturen und bekannte Naturräume sichern eine hohe Aufenthaltsqualität und einfache Orientierung im Quartier.

Die Bebauung orientiert sich an der gemeinschaftlichen Hofstruktur der benachbarten Fritz-Schumacher-Siedlung. Die abgewandelten »Auenhöfe« schaffen nachbarschaftliche Räume und fördern das soziale Miteinander. Rückgrat der neuen Quartierserweiterung ist die markante Kurve der Nord-Südverbindung. Die gesamte Bebauung ist nach einem modularen, holzbaufreundlichen Raster geplant, das flexible Wohnformen und Eigentümerstrukturen ermöglicht.

Das neue Quartier bietet zudem die Möglichkeit, die ökologische Funktionalität und landschaftliche Schönheit des bestehenden Landschaftsraums mit der blau-grünen Infrastruktur einer Schwammstadt zu verbinden. Wechselfeuchte Auenwiesen vernetzen die Grünräume und Biotope in einem zusammenhängenden Auenpark und dienen der Natur als Refugium. Ein zentraler Quartiersplatz an der U-Bahn-Station verknüpft die Grünachse im Westen über den Landschaftsbalkon mit dem Auenpark.

Auslober:in
Freie und Hansestadt Hamburg
Leistung

Städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb

Bearbeitung
2024
Flächen

Planungsgebiet ca. 17 ha, BGF

Auszeichnungen
Anerkennung im nichtoffenen einphasigen Realisierungswettbewerb im anonymen Verfahren
Mitarbeit

Georgy Avalov, Charlotte Land, Jana Possehn, Mara Sommerlatte, Fabian Wolf

Kooperation
Rehwaldt Landschaftsarchitekten
Visualisierung
Paweł Floryn
No items found.