Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 84 Wohnungen

Am nördlichen Rand des Märkischen Viertels in Berlin entstand ein neues Wohnhaus mit 84 Mietwohnungen für die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gesobau AG. Auf dem Grundstück befand sich eine Parkhausanlage, die für das Bauvorhaben abgerissen wurde. Es konnten Flächen entsiegelt werden, da die Grundfläche der ehemaligen Garage größer war als die des neuen Wohngebäudes.

Der achtgeschossige quaderförmige Baukörper nimmt in seiner Formensprache Elemente des Märkischen Viertels auf. Als plastischer Solitär tritt er in den Dialog mit dem skulpturalen Städtebau der Umgebung. Ein markantes Merkmal der Fassade stellt das U-Profil-Blech dar, das an der Sockelfassade sowie an den Balkonen Verwendung findet. Faltung und Perforation des Blechs schreiben den Ausdruck der Gebäudekubatur fort.

Der Gebäudesockel öffnet sich mit einer großzügigen Geste zur urbanen Landschaft. Mit einer langen Bank lädt das von zwei Seiten aus zugängliche Foyer zum Austausch zwischen den Bewohner:innen ein. Ein geometrisch abstraktes Wandbild des Künstlers Christian Kinz aka KERA greift die Gestaltung des Treppenhauses mit sich verschränkenden Treppenläufen auf. Versorgungs- und Abstellräume, wie z. B. Kellerersatzflächen oder Fahrradräume, befinden sich links und rechts des Foyers im Erdgeschoss.

In den Obergeschossen sind die Wohnungen allseitig um das zentrale Foyer mit der Treppenskulptur angeordnet. Die Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen verfügen über Wohnflächen zwischen 38 und 70 m². Pro Geschoss werden jeweils zwölf Wohnungen sehr effizient mit nur einem Treppenhaus erschlossen.

Die Hälfte der Wohnungen wird zu einem geförderten Mietpreis von 6,50 €/m² nettokalt angeboten. Von den freifinanzierten Wohnungen werden wiederum 21 Wohnungen zu einer einkommensgestaffelten Miete angeboten. Alle Wohnungen sind schwellenlos erreichbar, 48 Wohnungen entsprechen den planerischen Vorgaben des barrierefreien Wohnungsbaus.

In der Nutzung führen die kompakte Bauweise und die effiziente Erschließung zu niedrigen Energiekosten. Das Projekt zeigt, wie qualitativ hochwertiger Wohnraum zu erschwinglichen Mietpreisen erstellt werden kann.

Auftraggeber:in
Gesobau AG
Leistung

Generalplanung und LP 1–9 Hochbau in Arge mit Gössler Kinz Kerber Schippmann Architekten

Fertigstellung
2022
Energetischer Standard

EnEV 2016

Mitarbeit

Felix Bierschenk, Susanne Ebert, Johannes van Suntum

Freiraum
bbz Landschaftsarchitekten
Fotografie
Dawin Meckel, Thomas Bruns (1), KERA (2)
No items found.