An der Ecke Jerusalemer Straße und Schützenstraße fehlte lange ein Stück Stadt. Mit einem L-förmigen Neubau schließt die WBM hier den Blockrand und führt die Struktur der Nachbarschaft fort. Das Gebäude vermittelt in seiner Höhe zwischen den angrenzenden Bauten und überbaut die bestehende Rampe der benachbarten Hotel-Tiefgarage.
Zur Straße zeigt sich der Neubau mit einer Fassade aus Klinkerriemchen. Ihr heller, warmer Ton nimmt die Sandsteinfassaden der Umgebung auf. Fenster und Absturzsicherungen greifen diese Farbigkeit auf, sodass ein ruhiger, homogener Baukörper entsteht. Die Hofseite ist dagegen privater: cremefarbener Putz, dazu ein Laubengang aus sichtbarem Beton, der als Kontrast und als gemeinsamer Treffpunkt der Hausgemeinschaft dient.
Im Gebäude entstehen 49 Wohnungen mit einem bis drei Zimmern und rund 36 bis 71 m² Wohnfläche. 25 von ihnen sind gefördert, 37 barrierefrei und drei rollstuhlgerecht. Jede Wohnung hat einen Freisitz. Vier Gewerbeeinheiten beleben das Erdgeschoss und aktivieren den öffentlichen Raum.
Der städtebaulichen Enge begegnet der Entwurf mit einem Freiraum auf mehreren Ebenen. Auf Höhe des ersten Obergeschosses liegt ein angehobener Hof mit Rasen, Pflanzflächen und Sandspielbereich. Darunter öffnet sich der Tiefgarten, den Treppe und Röhrenrutsche mit dem Hof verbinden. Während der Hof zum Verweilen einlädt, bietet der Tiefgarten mit Boulderecke und Kletterelementen Raum für Bewegung. Regenwasser wird vom Gründach und Laubengang in den Hof geleitet und dort vollständig versickert und genutzt.
Das Gebäude wird als Effizienzhaus 40 geplant und mit Fernwärme versorgt. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und CO₂-reduzierter Beton ergänzen das Konzept.
Generalplanung, LP 2–5 und Teile der LP 8 für mib – märkische ingenieur bau gmbh
GEG / EH 40 Standard
Eilas Schau, Oliver Gassner, Lena Mosel, Isabella Mugavero, Lizaveta Shylichava, Fabian Wolf