Die Vulkanstraße ist das östliche Rückgrat des Fennpfuhls – heute lang und monoton, morgen ein Abbild urbaner Vielfalt. Unser Entwurfentwickelt den Siedlungsrand der ersten Großwohnsiedlung der DDR durch Nachverdichtung weiter und interpretiert die Qualitäten der DDR-Planung für die Bedürfnisse von heute neu.
Leitidee ist die Gliederung der 1,1 Kilometer langen Vulkanstraße in sieben klar definierte Abschnitte mit identitätsstiftenden Freiräumen und maßstäblicher Bebauung. Ein neues Nachbarschaftsband vernetzt den Stadtraum – von der Josef-Orlopp-Straße bis zur Landsberger Allee, weiter zum Anton-Saefkow-Platz und in den Landschaftspark Herzberge. Als Shared Space organisiert, dient es der nachbarschaftlichen Durchwegung und verbindet die Abschnitte zu räumlichen Sequenzen.
Die vom Bestand vorgegebenen stadträumlichen Tiefen werden typologisch aufgenommen: Wohnzeilen mit Höhenversprung binden den Bestand ein, Solitärbauten stärken mit ausdrucksstarken Volumen die Mitte – ein Hochpunkt mit 15 Geschossen markiert das Zentrum. Kiezblöcke nutzen die räumliche Tiefe für attraktive Hoflandschaften, zwei Punkthäuser bilden die Kante zwischen Landschaftspark Herzberge und Fennpfuhlpark. Die überwiegend siebengeschossigen Baukörper erlauben durchgesteckte Wohnungen und einen breiten Mix an Wohnungsgrößen und Erschließungssystemen; lärmgeschützte Loggien zur Vulkanstraße und Balkone zum ruhigen Innenraum sichern die Wohnqualität.
Entlang des Bandes entstehen differenzierte Quartiersplätze: Das Quartierszimmer bildet mit Wasserspiegel, großflächiger Entsiegelung und flexibler Nutzung das urbane Zentrum zwischen Supermarkt, Eiscafé und Quartierssaal. Der Regenplatz dient als ruhige Oase und Retentionsfläche, der Gartenplatz bietet Urban Gardening und ein Fahrradcafé, der Energie Hub bildet den räumlichen Abschluss an der Landsberger Allee.
Nach den Prinzipien der Schwammstadt halten Retentionsflächen, Regenbeete und Mulden-Rigolen-Systeme Regenwasser zurück und machen Klimaanpassung im Quartier erlebbar. Vier Mobility Hubs bündeln Mobilitätsangebote mit sozialer und gewerblicher Infrastruktur.
So entsteht ein pulsierendes, grünes und zukunftsfähiges Quartier – offene, vernetzte und lebensfreundliche Räume für alle Bewohner:innen.
LP 1–2 (Städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb)
Jana Possehn, Lena Mosel, Mathis Winkels